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Protesttag der Apotheken: Verständnis für Forderungen

Aus Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung bleiben auch in der Nahe-Region am Mittwoch viele Apotheken geschlossen. Die heimische Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner hat Verständnis, dass die Apothekerinnen und Apotheker für ihre Interessen einstehen. Sie fordert mehr Flexibilität für die Branche und Anpassungen der Honorare. Es gehe aber nicht allein um höhere Preise, sondern vor allem um Flexibilität und Entbürokratisierung - und um fehlende Medikamente. So müssten die Apotheken selbst entscheiden dürfen, ein nicht verfügbares Präparat gegen ein wirkstoffgleiches austauschen zu können. Auch der Fixbetrag für Apotheker angesichts der Preissteigerungen müsse erhöht werden. „Wir müssen endlich verstehen, dass die 'Geiz-ist-geil' Mentalität vor allem im Gesundheitswesen nicht angebracht ist“, so Julia Klöckner, die auch wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion ist. Sie ergänzt, dass das System von Rabattverträgen zwischen Krankenkassen und Herstellern dringend geändert werden muss. Und auch die Produktion von Medikamenten müssen man wieder nach Europa holen. Die Gesetzesvorhaben der Bundesregierung gingen auf diese Punkte jedoch nicht zielführend ein.



„Apotheken – gerade in unserem ländlichen Raum – übernehmen eine wichtige Versorgungsfunktion, die in den vergangenen Jahren auch durch einen Ausbau der Leistungen, die Apothekerinnen und Apotheker erbringen können und müssen, unterstrichen wird. Die unionsgeführten Bundesregierungen haben sich in der Vergangenheit, etwa für die Einführung der neuen pharmazeutischen Dienstleistungen, stark gemacht“, so Julia Klöckner. „Auch weitere Maßnahmen, die eine Stärkung der Vor-Ort-Apotheken bewirkt haben, wie die Erhöhung des Nacht- und Notdiensthonorars, die Erhöhung der Aufschläge für die Abgabe von Betäubungsmitteln und von anderen besonders dokumentationsaufwändigen Arzneimitteln sowie die Anpassung bestimmter Rezepturzuschläge, haben wir durchsetzen können.“


Zur aktuellen Situation stellt Julia Klöckner fest: „Mir ist nach vielen Gesprächen mit den Betroffenen bewusst, dass die aktuellen Liefer- und Versorgungsengpässe bei wichtigen Arzneimitteln für die öffentlichen Apotheken eine besondere Belastung darstellen und insofern dringender Handlungsbedarf besteht. Als Unionsfraktion haben wir bereits mehrfach einen Beschaffungsgipfel gefordert. Unter anderem in einem Antrag, den wir bereits im Januar in den Deutschen Bundestag eingebracht haben. Auf dem Gipfel sollen kurz- und mittelfristige Maßnahmen für alternative Beschaffungsmöglichkeiten von Medikamenten aus dem Ausland diskutiert werden. Zudem fordern wir bessere Verteilungswege bei bestehenden regionalen Ungleichheiten. Gleichzeitig soll ein Frühwarnsystem für künftige Engpässe eingerichtet werden und wir wollen zugleich Apotheker und den pharmazeutischen Großhandel schnell ertüchtigen, sich vor Engpässen besser präventiv wappnen zu können, etwa durch eine kostendeckende Vergütung von entsprechenden Dienstleistungen und Verbesserungen in den Bevorratungsmöglichkeiten.“


Langfristige Ansatzpunkte für eine zukünftige stabile Versorgung sind aus ihrer Sicht unter anderem eine gezielte Strukturpolitik, die darauf abzielt, die Lieferketten zu diversifizieren, damit die Unternehmen der Pharmazeutischen Industrie Wirkstoffe von verschiedenen Herstellern beziehen können, sowie der Erhalt von deutschen und europäischen Produktionsstandorten und die Förderung von deren Ausbau, um die Lieferketten zu verkürzen.


„Leider hat die Bundesregierung diesen Vorschlag bisher nicht aufgegriffen und nur einen halbherzig gemachten Gesetzentwurf vorgelegt, der zu spät kommt und nur einen Teil der Probleme lösen wird. Minister Lauterbach muss aber bereits jetzt Vorbereitungen treffen, damit sich das Medikamentenchaos des vergangenen Winters nicht wiederholt. Die Herausforderungen für die Aufrechterhaltung der wohnortnahen Rund-um-die-Uhr Versorgung mit Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten durch öffentliche Apotheken werden in den kommenden Jahren nicht kleiner werden“, so Julia Klöckner mit Blick auf die aktuelle Lage.



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