Energieversorgung in der Region: Besuch der OIE AG in Idar-Oberstein

Wir alle benötigen täglich Energie, ihre Verfügbarkeit, rund um die Uhr, zu bezahlbaren Preisen, beeinflusst unser Leben und unseren Wohlstand. Seit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine ist die Verfügbarkeit zum Beispiel von Gas in Frage gestellt, auch andere Energie ist teurer geworden. Wie steht es aber um die Energieversorgung in der Nahe-Region? Das wollte die heimische Bundestagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Julia Klöckner, wissen. Zusammen mit Oberbürgermeister Frank Frühauf und dem Vorsitzenden der Senioren Union im Kreis Birkenfeld, Karl-Heinz Totz, traf sie sich zum Austausch mit Ulrich Gagneur, Mitglied des Vorstands der OIE AG, mit Thomas Johann, ebenso Mitglied des Vorstands, und mit Ann-Michelle Kullmann, Mitarbeiterin der Kommunikationsabteilung bei der OIE. Die OIE AG mit Sitz in Idar-Oberstein ist Energiedienstleister für die Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen im Landkreis Birkenfeld und für Teile des Landkreises Kusel. Das Kerngeschäft der OIE liegt in der Versorgung von Strom, Erdgas, Wärme, Breitbandnetz und Energieleistungen.





Täglich beobachte man die Füllmengen der Gasspeicher, die aktuelle Lage habe man im Blick und sei - ebenso wie Julia Klöckner - regelmäßig mit der Bundesnetzagentur in Kontakt. Julia Klöckner MdB: „Die Bundesrepublik Deutschland hat am 23. Juni 2022 die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Der Notfallplan Gas kennt drei Stufen: Die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe. In allen Stufen unterliegen unter anderem Haushaltskunden einem besonderen Schutz. Trotz angespannter Lage müssen sich Haushaltskunden daher zum heutigen Zeitpunkt nach wie vor keine Sorgen um ihre Gasversorgung machen. Eines muss man dazu ehrlich sagen: Es wird teurer werden. Deshalb ist Energie sparen wichtig. Aber jeden Tag Panikmeldungen zu verbreiten, das hilft nur einem: Herrn Putin.“ Dass nach wie vor Gas verstromt würde, sei unverantwortlich. Alles verfügbare Gas müsse stattdessen gespeichert werden für den Winter. Deshalb sei es absolut notwendig, die drei letzten, klimaneutralen Atomkraftwerke in Deutschland Übergangszeiten länger laufen zu lassen, um genügend Strom für die E-Autos und das Stromnetz zur Verfügung zu haben.


Laut OIE verzeichne man ein rasant sinkendes Interesse an Gasanschlüssen. gerade bei Neubauten würden die Hausbesitzer auf Alternativen umschwenken. Senioren Unions-Vorsitzender Karl-Heinz Totz betonte, man dürfe als Bundesregierung gerade die Menschen mit kleinem Geldbeutel und die Rentnerinnen und Rentner nicht vergessen. Sie wären, wie auch Studenten, bewusst von der Ampel-Regierung bei der Sonderunterstützung jüngst außen vor geblieben. Das sei nicht nur unfair, sondern auch unsozial.


Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei in den vergangenen Jahren, auch dank entsprechender Förderungen, stetig voran geschritten - das Problem bei Wind und Sonne sei jedoch, dass sie nicht 24 Stunden und sieben Tage verfügbar seien. Deshalb setze man im Kreis auch auf Biomasse aus Holz. Lobend wurde von den Fachleuten Julia Klöckners Einsatz für die Kleinen Wasserkraftwerke erwähnt, deren Energieerzeugung rund um die Uhr verfügbar sei. Die Ampelregierung wollte die Kleine Wasserkraft beschneiden, was ein Aus für viele Mühlen bedeutet hätte. Dank des Drucks und der Überzeugungsarbeit aus der Opposition sei dieses Vorhaben zum Glück in letzter Minute dann doch wieder fallen gelassen worden. „Jede Kilowattstunde, die regional bei uns erzeugt wird, zählt“, betont Frank Frühauf. Der für die Stadt zusammen mit der OIE ein klares Zukunftskonzept hat: Busse innerstädtisch mit Elektro zu betreiben und außerhalb mit Wasserstoff. Für ein Wasserstoff-Pilotprojekt baten die Idar-Obersteiner die Bundestagsabgeordnete um Unterstützung, denn Wasserstoff ist noch immer kostenintensiv und nicht alleine ohne Förderung marktfähig. „Technologieoffenheit und Innovationen sind wichtig“, betonte Julia Klöckner. Denn am Ende müsse Mobilität auch den Bedürfnissen der Bevölkerung in den ländlichen Räumen entsprechen - nicht überall würden Busse fahren. Mobilität und Energieversorgung zuhause müssen bezahlbar bleiben. Deshalb seien die weitere Umstellung auf regenerative Energien, die Entwicklung von Speichertechnologien und die dezentrale Nutzung so wichtig.


Thema der Runde war auch, wie es um die „Stromnetze“ steht – sie könnten angesichts der sich verschiebenden Auslastung Probleme bekommen. Nicht nur, weil die Zahl der E-Autos steige. Auch viele Bürgerinnen und Bürger kauften aus Angst, im Winter nicht mit Gas heizen zu können, vermehrt „Mobile Heizgeräte“ mit Stromstecker. Thomas Johann berichtet: „Wir haben hier vom Ahrtal gelernt. Denn die Menschen sind dort wegen kaputter Gasleitungen durch die Flutkatastrophe auf mobile Heizgeräte umgestiegen.“ 60 Prozent der Menschen in Deutschland wohnen in Mietverhältnissen, selbst können sie bisher nur sehr schwer von Solaranlagen auf den Dächern profitieren. Oder wenn sie ihr E-Auto aufladen wollen, stellt sich die Frage, wo sie dies bequem tun können, wenn nicht beim Arbeitgeber tagsüber. OIE bietet diese Möglichkeit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an und plädiert im Übrigen für „digitale Ortsnetzstationen“. Damit wäre es möglich, minütlich Messungen durchzuführen und festzustellen, wo wieviel Strom zu welcher Zeit fließt und wo Schwachstellen im Netz sind.


OB Frank Frühauf bestätigte das: „Netze müssen intelligenter gemacht werden.“ In diesem Zusammenhang wurde auch die vorbildliche Zusammenarbeit mit der Stadt Idar-Oberstein gelobt – unter dem Motto: Gemeinsam schneller nach vorne. „Künstliche Intelligenz in diesem Bereich einzusetzen, halte ich für höchst interessant“, so die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion Julia Klöckner MdB. So zum Beispiel kann man bei neueren Modellen von Waschmaschinen einen Internetstecker anbringen. Die Maschine begibt sich automatisch dann in den Betrieb, wenn am meisten Energie in den Netzen verfügbar und am kostengünstigsten ist. Julia Klöckner: „Energie muss bezahlbar bleiben und darf nicht zur Wohlstandsfrage werden. Verbraucher sollten ihren aktuellen Kostenstand auch besser kontrollieren und erkennen können, wie sich ihre Energieeinsparung unmittelbar auf ihren Geldbeutel auswirkt. Doch meist flattert die saftige Rechnung erst im nächsten Jahr ins Haus.“



Bild (1) vor dem OIE-Gebäude in Idar-Oberstein, von links: Vorsitzende der Senioren Union Karl-Heinz Totz, Thomas Johann Mitglied Vorstand OIE, Julia Klöckner MdB, Ulrich Gagneur Mitglied Vorstands OIE


Bild (2) im Sitzungssaal des OIE-Gebäudes, von links: Julia Klöckner MdB, Oberbürgermeister Frank Frühauf, Thomas Johann Mitglied Vorstand OIE