Austausch mit Ärzten der Region – Warum wird zu wenig Impfstoff an die Praxen ausgeliefert?

In einer Videoschalte mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aus den Landkreisen Bad Kreuznach und Birkenfeld hat sich die heimische Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner über die aktuelle Corona-Lage in den Praxen informiert.

Zugeschaltet war neben dem Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, Erwin Rüddel, auch Landrätin Bettina Dickes.


Die teilnehmenden Ärzte bestätigten die große Nachfrage und den Andrang nach der Auffrischungsimpfung. Immer mehr Menschen wollen sich impfen/boostern lassen. So wurden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung bis zum 2. Dezember 2021 in Bad Kreuznach 18.393 Menschen geboostert, das entspricht 11,6% der Bevölkerung im Landkreis. In Birkenfeld wurde 11.000 Menschen die Auffrischungsimpfung verabreicht, was einem Anteil von

3,5% entspricht.


Nach Stand vom 6. Dezember 2021 wurden in Rheinland-Pfalz 244.740 COVID-19 Infektionen erfasst, die Zahl der Todesfälle liegt bei 4.324. Die Hospitalisierungsrate beträgt derzeit aktuell 3,88. In den Krankenhäusern werdenderzeit 152 COVID-19 Patienten intensivmedizinisch behandelt, 83 davon invasiv beatmet.


Ärztinnen und Ärzte aus den Landkreisen Bad Kreuznach und Birkenfeld haben sich in den vergangenen Wochen hilfesuchend an die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner gewandt und über Lieferengpässe des Impfstoffs an die Praxen berichtet. Bürgerinnen und Bürger klagten in Gesprächen oftmals über mangelnde Impftermine und lange Wartezeiten für Termine. Insgesamt ist dies eine unzufrieden stellende Situation für beide Seiten.


Im Videogespräch wurden die niedergelassenen Ärzte deutlich: Zu wenig Impfstoff von BioNTech und Moderna wird an die Praxen zugewiesen und ausgeliefert. Hier gibt es erhebliche Probleme in der Logistik und Kommunikation. Denn während auch die Apotheken berichten, sie würden vom Großhandel nicht ausreichend beliefert, ist für offizielle Impfkationen wiederum genügend Impfstoff vorhanden. Ein weiteres Problem stellt die Bevorzugung des BioNTech Impfstoffs vieler Patienten dar, obwohl Moderna genauso wirksam ist.


Viele Arztpraxen arbeiten derzeit am Limit. Parallel zum Impfen muss auch weiterhin der normale Praxisalltag gewährleistet werden – das ist eine Doppel- und Mehrfachbelastung. Da ist es verständlich, dass viele an ihre Grenzen stoßen.


Julia Klöckner:

„Für mich stellt sich die Lage widersprüchlich dar: Auf Bundesebene versichern Gesundheitsexperten parteiübergreifend, dass genügend Impfstoff vorhanden wäre. Bekannt ist, mehr Moderna als BioNTech. Auf regionaler Ebene, wie von Ärzten aus meinem Wahlkreis berichtet, wird jedoch nicht genügend Impfstoff ausgeliefert. Die Frage ist natürlich, wurde jeweils auch genügend vor Ort bestellt. Für mich steht fest: Wir dürfen die Bereitschaft derer, die wirklich geimpft werden möchten, nicht ausbremsen! Wir haben dafür gekämpft, dass mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Alle könnten mehr impfen, aber in den Arztpraxen kommt zu wenig an. Das muss sich ändern. Die angesprochenen Probleme und die offene Frage, warum nicht genügend Impfstoff an die Praxen ausgeliefert wird, werde ich mit nach Berlin nehmen und mich direkt ans Gesundheitsministerium und entsprechende Stellen wenden.“