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Fragen & Antworten

In Gesprächen und Briefen werden mir viele persönliche Fragen gestellt. Hier ein Auszug. Und dazu natürlich meine Antworten, damit SIe mich näher kennen lernen können.

Was sind Ihre besonderen Stärken?

Ich liebe es zu lachen. Ich denke, ich habe einen gesunden Humor, der mir schon so manche schwere Situation erträglich und stressvolle Momente aufgelockert hat. Humor gibt Distanz und entkrampft. Andererseits bin ich Winzertochter und als solche kernig und belastbar. Mich haut so schnell nichts um. Und ich empfinde mich als flexibel, konsequent und lebensfroh.

Haben Sie Schwächen?

Ja. Ich weiß, dass ich schnell ungeduldig werde. Als Schwäche empfinde ich auch, dass ich manchmal anderen ins Wort falle, weil ich glaube, bereits zu wissen, was sie meinen - die Ungeduld eben. Das macht es dem anderen dann manchmal unnötig schwer, seine Gedanken zu entfalten. Deshalb achte ich darauf, genau und aufmerksam zuzuhören und dem anderen so viel Raum zu geben, wie er braucht. Da arbeite ich weiter dran!

Was hat Sie in Ihrem Leben geprägt?

Meine Familie und damit meine Erziehung. Landleben und Landwirtschaft haben mich tief geprägt. Sie sind quasi der Grundstock für das, was danach kam und noch kommen wird. Dann meine Zeit als Deutsche Weinkönigin: das Reisen, das Zusammentreffen mit Prominenten und solchen, die glauben, es zu sein. Meine Schulzeit und meine Studien haben mich geprägt, der Spaß am Denken, Philosophieren und Hinterfragen. Mein Beruf als Journalistin und Chefredakteurin hat meinen kritischen Blick geschärft, mich global denken gelehrt, mir Organisationsfähigkeit und Selbständigkeit beschert. Mein Partner und meine engen Freunde sind ebenso wichtig. Sie helfen mir, mich zu reflektieren und mein Tun kritisch zu überprüfen. Sie teilen meinen Sinn für Humor und Genuss.

Was ist Ihnen im Leben wichtig?

Liebe, Familie, Freunde, Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit

Was bedeutet Ethik in der Politik für Sie?

Ethik richtet sich an das Gewissen, Politik an die Vernunft – heißt es. Trotzdem: Politik kommt meiner Meinung nicht ohne Ethik aus. Politische Entscheidungen brauchen einen Kompass, ein Gerüst und Leitlinien, nach denen sie sich richten. Ethik soll diese Richtschnur für das Gute sein. Dabei lässt es sich wahrlich streiten, was gut ist.

Während die einen die Gewinnung von embryonalen Stammzellen als ethischen Forschungsauftrag zur Krankheitsbekämpfung verstehen, lehnen die anderen die Tötung von Embryonen - ganz gleich zu welchem Zweck - ethisch ab. Ich auch. Während die einen die Anwendung der Grünen Gentechnik als ethisch nicht vertretbaren Eingriff in die Natur betrachten, sehen die anderen es gar als ethisch geboten, mit Hilfe der Grünen Gentechnik Ernährungsproblemen auf der Welt zu begegnen. Letzteres ist auch meine Meinung - Risiken und Nutzen wissenschaftlich immer abwägend. Für mich als Christin kommt eine entscheidende Komponente hinzu: Das christliche Menschenbild. Es hilft mir bei der Beantwortung vieler Fragen: Dürfen wir all das tun, was wir können, zum Beispiel Menschen klonen? Nein! Denn Ethik setzt menschlichem Handeln auch Grenzen. Sehr vernünftig!

Haben Sie eine Patientenverfügung ausgefüllt?

Ich beschäftige mich intensiv mit der Thematik Patientenverfügung - beruflich und privat. Medizinische Fortschritte bringen Möglichkeiten der Lebensverlängerung mit sich. Das Leben kann verlängert werden, aber auch das Sterben. Für den Fall einer Entscheidungsunfähigkeit hilft es, sich schon früh damit auseinander zu setzen, welche Behandlungsmöglichkeiten man später in Anspruch nehmen möchte und welche nicht - um das festzulegen, habe ich eine Patientenverfügung verfasst. Nicht zuletzt auch, um das Problem zu vermeiden, dass Dritte über medizinische Maßnahmen oder das Unterlassen solcher entscheiden müssen.

Männer nehmen sich vor, ein Haus zu bauen, einen Baum zu pflanzen und einen Stammhalter zu zeugen. Was nehmen Sie sich vor?

Beim Zeugen des Stammhalters muss ich ja leider passen ... Ich plane immer mit der nötigen Offenheit. Bei zu genauen Plänen kann es vorkommen, dass man enttäuscht ist, wenn nicht alles wie geplant eintrifft. Ich versuche immer, auch mit dem Unvorhergesehenem zu rechnen. Das heißt aber nicht, dass ich keine Ziele habe.

Ob ich nun in einem Haus lebe, das ich selbst gebaut oder bereits fertiggestellt bezogen habe, oder ob ich in einer Wohnung lebe, das sehe ich recht emotionslos. Ein Dach über dem Kopf ist sicher immer fein, aber da gibt es so viele Varianten.

Pflanzen? Weinreben habe ich schon ganz viele in die Erde gesetzt, mit meinem Vater Aloys und meinem Bruder Stephan! Im Grunde möchte ich glücklich, zufrieden und eine angenehme Person sein, die ihre Fähigkeiten Nutzen bringend einsetzt und dazu beiträgt, Gutes zu gestalten. Ich bin keine Vertreterin der Illusion von Unersetzbarkeit und Unabkömmlichkeit. Ich bin auch nicht versessen darauf, eine Frau der großen Geschichte zu werden, an deren Grab man später Kränze niederlegt ... Ich will meinen Teil zum Guten beitragen - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Lesen, reisen, Zeit mit meinem Lebensgefährten verbringen, Freunde treffen, joggen,  mit meiner Nichte, meinem Neffen und meinen Patenkindern ein bisschen "Kind" sein.

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?

Ich lese gerade ein Buch, das ich vor über zehn Jahren mal geschenkt bekam: "Die verschwundene Miniatur" von Erich Kästner. Klare Sprache, Blick für die Details des Banalen, amüsant-kriminologisch ...

Zum Buchlesen komme ich leider nur abends spät, da empfinde ich am ehesten die Ruhe und die Muße. Ich habe die Angewohnheit, Eselsohren in die Seiten zu knicken, damit ich die Stelle wiederfinde. So erzählen meine Bücher auch viel über den „Leseprozess“ — im Urlaub sind die Knicke etwas weiter auseinander.

Sie haben einen Wunsch frei, was würden Sie sich wünschen?

Dass die CDU bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stärkste Partei wird und die Regierung stellt.

Auf was können Sie auf keinen Fall verzichten?

Gummibärchen.

Vor einigen Jahren waren Sie bei Papst Johannes Paul II. Sind Sie auch eine streng gläubige Katholikin?

Nicht alle Positionen des kirchlichen Lehramtes teile ich. Aber hinter dem Grundgedanken der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung, des Lebensschutzes, der  Gemeinschaft, der Zuversicht und Nächstenliebe stehe ich voll und ganz. Ich bin gläubige Christin, zahle Kirchensteuer, nehme am Gottesdienst teil, bin selbst auch Lektorin in meiner Heimat-Pfarrei und begehe gern die kirchlichen Feiertage. Und ich bin konservativ: an den Werten haftend, nicht an den Strukturen.

Welche Personen beeindrucken Sie am meisten und warum?

Ich kann nicht sagen, dass ich konkrete Einzelpersonen als Vorbilder vor mir her trage und so sein möchte, wie sie. Schon als Jugendliche hatte ich keine Idole oder Poster von "Stars" in meinem Zimmer hängen.

Es gibt aber viele Personen, die mich beeindrucken, und vor denen ich großen Respekt habe. Das sind z.B. die Pflegekräfte in den Krankenhäusern und Heimen. Vor ihnen und ihrer Arbeit, die alles andere als gut bezahlt ist, habe ich große Achtung!

Dann sind da noch die vielen Mütter und Väter. Es ist unfassbar, welche Geduld und Güte sie entwickeln können, und welche Kräfte sie mobilisieren.  

Jede Person ist komplex und hat Stärken, aber immer auch Entwicklungsbereiche. Es sind also Leistungen von Personen, die mich beeindrucken. Und das können sicherlich auch Menschen mit anderen Überzeugungen als meiner eigenen sein. Das sind Facetten von Personen, die genauso auch dunkle Seiten haben - wie jeder von uns.

Verstehen Sie sich noch als Repräsentantin für den Deutschen und insbesondere den rheinland-pfälzischen Wein?

Natürlich. Jeder, der deutschen bzw.rheinland-pfälzischen Wein mit Genuss und Überzeugung trinkt, ist Repräsentant und Botschafter. Und das tue ich. Das tut den deutschen und den Winzern von Rheinland-Pfalz gut. Auch das ist Solidarität und Lokalpatriotismus.

Ich liebe deutschen Wein, besonders den Weißwein und ganz besonders die knackigen Weiß- und Grauburgunder von der Nahe.