17.01.2011 Klöckner (CDU) ist verwundert über Faltblatt "Muslimische Kinder"

Landesregierung sieht neue Unterrichtsgestaltung vor, die sich an islamischen Regeln ausrichtet

Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner hat sich verwundert gezeigt über eine Broschüre der Landesregierung zum Umgang mit muslimischen Schülern. In der Handreichung wird unter anderem eine Umgestaltung des Sport- und Sexualkundeunterrichts vorgeschlagen, der sich an den muslimischen Schülern orientiert.

So wird den Schulen vorgeschlagen, wegen muslimischer Schüler den Sexualkundeunterricht
sowie den Sport- und Schwimmunterricht ab der Pubertät nach Geschlechtern zu trennen. "Dies wäre ein Rückschritt in die graue Vorzeit. Das hat nichts mit Fortschritt und Aufklärung zu tun", sagte Klöckner am Montag in Mainz. Der Vorschlag sei ebenso inakzeptabel wie
die Möglichkeit, ältere Geschwister als Begleitpersonen auf Schulfahrten mitzunehmen.

"Da stellt sich die Frage, wer die Teilnahme bezahlt. Es wird wohl kaum die ältere Schwester mit auf die Klassenfahrt gehen, sondern viel eher ist an den großen Bruder gedacht, der seine Schwester kontrolliert", sagte die CDU-Politikerin. In dem umstrittenen Faltblatt, das auch der Philologenverband kritisiert, heißt es weiter, dass bei der Planung von Schulfahrten, Festen oder Praktika die Zeiten des Fastenmonats Ramadan berücksichtigt werden und nicht in diesen Zeitraum fallen sollen.

Klöckner empfiehlt der Regierung, sich um die alle betreffenden und drängenden Themen in der Bildungspolitik zu kümmern. "Ich denke, dass sich die Landesregierung um den Rekord-Unterrichtsausfall und die Qualität des Unterrichts kümmern muss. Stattdessen legt Sie Papiere vor, die – so fürchte ich – zu einer Spaltung der Gesellschaft führen können."