07.03.2011 Klöckner: Rechte der Frauen verteidigen, nicht opfern

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat davor gewarnt, die Rechte von Frauen auf dem Altar einer falsch verstandenen Integrationspolitik zu opfern. "Wir dürfen nicht die Gleichberechtigung in Frage stellen. Deshalb dürfen wir auch nicht wegschauen, wenn strenge Muslime heute fordern, dass sich Frauen und Mädchen aus ihren Familien verhüllen sollen.

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat davor gewarnt, die Rechte von Frauen auf dem Altar einer falsch verstandenen Integrationspolitik zu opfern. "Wir dürfen nicht die Gleichberechtigung in Frage stellen. Deshalb dürfen wir auch nicht wegschauen, wenn strenge Muslime heute fordern, dass sich Frauen und Mädchen aus ihren Familien verhüllen sollen. Der Staat darf sich nicht zum Handlanger eines mittelalterlichen Geschlechterbilds machen", teilte Klöckner in einer in Mainz veröffentlichten Erklärung zum Weltfrauentag mit. Der jährliche internationale Tag für die Rechte der Frauen findet am Dienstag zum 100. Mal statt.

Die CDU-Politikerin übte in diesen Zusammenhang scharfe Kritik an dem umstrittenen Faltblatt "Muslimische Kinder in der Schule", das von der Landesregierung in Mainz als Orientierungshilfe für Lehrer heraus-gegeben wurde. Darin wird unter anderem angeregt, dass der Sexualkunde-Unterricht oder der Schwimmunterricht nach Geschlechtern getrennt werden soll. Außerdem könnten Lehrer muslimischen Mädchen das Tragen einer Schwimm-Burka und die Begleitung durch ältere Ge-schwister auf Klassenfahrten empfehlen, heißt es darin.

Klöckner kündigte an, eine CDU-geführte Landesregierung werde das Faltblatt zurückziehen und komplett überarbeiten. "Der Geist, der diese untaugliche Handreichung durchzieht, ist mit den Werten der Aufklä-rung nicht im Einklang. Frauen und Mädchen sind gleich viel Wert wie Männer und Jungen. Das heißt in letzter Konsequenz: In unserer Gesell-schaft muss sich eine Frau nicht vor Männern verhüllen", sagte Klöckner. Ein Ganzkörperschleier, die Burka, ist nach ihren Worten "ein tragbarer Hausarrest für muslimische Frauen".

Sie forderte dazu auf, die Rechte der Frauen konsequent zu verteidigen: "Grundlage dafür sind die Werte, die uns leiten und das Grundgesetz. Und auf das Grundgesetz darf es keinen Rabatt geben - auch keinen religiösen."