Mit einem staatlichen Tierwohl-Label werde ich eine verlässliche Orientierung anbieten.

Bundesministerin Julia Klöckner spricht im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über Heimat, den ländlichen Raum, das Bild der Landwirtschaft, Subventionen, Bienenschutz, Glyphosat, Tierschutz und das Tierwohllabel

Frage: Frau Bundesministerin, reklamieren Sie als Landwirtschaftsministerin das Thema "Heimat" auch für sich?

Julia Klöckner: Ist nicht jeder Politiker dazu verpflichtet, auch Politik für unsere Heimat zu machen? Da spielt natürlich die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Sie versorgt uns mit hochwertigen Lebensmitteln. Und sie ist in vielen Teilen neben Handwerk und Mittelstand Motor der ländlichen Räume. Der ländliche Raum ist das Kraftzentrum. Für jeden ist Heimat sicher etwas anderes. Ich finde, Heimat kann man schmecken. Heimat kann man auch riechen. Wenn ich im Weinherbst zu Hause in Guldental bin, liegt zum Beispiel der Hefeduft überm Dorf. Ein Stück Heimat.

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Julia Klöckner als Bundesministerin vereidigt

                                                                                                                                                                                                                     Foto: Tobias Koch

Die heimische Abgeordnete Julia Klöckner ist heute in Berlin vom Bundespräsidenten als neue Bundesministerin ernannt und vor dem Bundestag vereidigt worden. Die Politikerin war bereits von 2009 bis 2011 als Parlamentarische Staatssekretärin in diesem Ministerium tätig. 

„Ich freue mich, das Amt der Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung zu übernehmen. Das Landwirtschaftsministerium ist das ‚Lebensministerium‘: Hier geht es um die Lebens- und Alltagsthemen der Menschen, um Essen und Trinken, um Natur und Schöpfung, um das Tierwohl und die Versorgung der Bevölkerung. Diese Themen gehen alle an, sie betreffen jeden. Gerade auch die Menschen in Rheinland-Pfalz und bei uns in der Naheregion, Landwirtschaft und Weinbau sind hier prägend“, so Julia Klöckner.

Weiter betont die Christdemokratin, dass sie ihrer Heimatregion auch im neuen Amt in vielerlei Hinsicht eng verbunden bleiben wird. „Mein Lebensmittelpunkt ist im Kreis Bad Kreuznach, ich bin Kreuznacher Bürgerin, sitze im Kreistag und bleibe CDU-Landesvorsitzende – ich werde weiterhin regelmäßig hier sein.“
Ihr Landtagsmandat wird Julia Klöckner zum Ende des Monats abgeben. Für sie wird der Bad Kreuznacher Jurist Dr. Helmut Martin in den rheinland-pfälzischen Landtag nachrücken.
„Ich freue mich sehr, dass Dr. Martin das Mandat übernimmt. Er ist vor Ort verwurzelt, heimatverbunden, kennt sich aus und wird sich mit großem Engagement um die Belange der Bürgerinnen und Bürger kümmern. Seine ruhige und sachliche Art, seine klugen Ideen und sein Sachverstand werden auch für die Fraktionsarbeit in Mainz eine Bereicherung sein.“

Bundesparteitag 2018

Der Wunsch und die Bitte der Kanzlerin, in ihr Kabinett einzutreten und das Landwirtschaftsressort zu übernehmen, ehrt mich. Es ist ein Feld, in dem ich schon seit Jahren arbeite und das uns in Rheinland-Pfalz und besonders unsere Region an der Nahe sehr prägt: Landwirtschaft, Weinbau, Forst, Gartenbau, Ernährung, gesundheitlicher Verbraucherschutz sind die klassischen Lebensthemen. Natürlich hängt eine Regierungsbildung noch vom Mitgliedervotum der SPD ab, das wir respektvoll abwarten. Der mögliche Wechsel fällt mir nicht ganz leicht. Denn mit vollem Herzen arbeite ich als Parlamentarierin und bin fest verwurzelt in Rheinland-Pfalz. Aber der Ruf und die Bitte der Kanzlerin haben Gewicht, und ich stelle mich, wenn es so sein soll, gerne in den Dienst der guten Sache für unser Land. Über das Vertrauen und Zutrauen freue ich mich natürlich.