Rente mit 67

Später in Rente zu gehen, diese Botschaft löst keine Jubelstürme aus, Gassenhauer sehen wahrlich anders aus. Aber es bleibt uns nichts Anderes, nichts Vernünftiges übrig. Die Anhebung des Renteneintrittsalters ist die logische Konsequenz aus dem demographischen Wandel. Wenn immer weniger Kinder geboren werden, die die geboren sind, aber immer älter werden, dann ist es ein ganz einfaches Rechenexempel: Entweder müssen die, die jetzt arbeiten und einzahlen, noch erheblich mehr belastet werden, oder es muss zu drastischen Rentenkürzungen kommen, oder - und das ist die beste Variante - wir arbeiten im Schnitt etwas länger. Zwei Jahre länger arbeiten für eine im Schnitt zehn Jahre längere Lebenserwartung - im Vergleich zu vor 50 Jahren-, das ist ein faires Angebot. Über 60-Jährige sind im Schnitt heute auch viel fitter und vitaler als vor Jahrzehnten.

Klar ist, dass Rechnungen nicht aufgehen, wenn die gewonnene Lebenszeit ausschließlich der Rentenzeit zugute kommt. Die wunderbare Geldvermehrung müsste hierfür erst noch erfunden werden. Ohne längeres Arbeiten ist das bisherige Rentensystem schlichtweg nicht mehr finanzierbar. Ich bin mir sicher, dass auf die Erfahrung und den Beitrag älterer Arbeitnehmer nicht mehr verzichtet werden kann, der Druck des Arbeitskräftemangels wird sich zuspitzen, so dass Ältere immer stärker gefragt und wertgeschätzt sein werden. Ordentliche Löhne und Arbeit auch für Ältere sind die Zukunft.

Zu den Fakten:

1) Bezugsdauer
Rentenzahlungen (im Durchschnitt): Männer, Stand heute: 16,2 Jahre (1960: 9,6 Jahre); Frauen: 20,9 Jahre (1960: 10,6 Jahre)

2) Schrittweise Anhebung
Bis 2030 wird die Altersgrenze schrittweise auf 67 angehoben. Wer vor 1947 geboren wurde oder 45 Beitragsjahre voll hat, bekommt keine Abzüge und kann mit 65 in Rente gehen.

3) Job-Chancen
Anstieg der Beschäftigtenquote Älterer: 2007: 39,7% - 2011: 46,1%